Rümpel
online
Hinweis: Dies ist keine offizielle Site der Gemeinde Rümpel, sondern ein privat betriebenes Angebot!
Gemeinde > Aus der Gemeinde > Dritter Gutachter für Kastanien gesucht
Haben Sie Fragen?
Schreiben Sie uns.
Mail
Copyright © 2003 A.Z.
Letzte Änderung: 09.06.2003
 
Notepad
 
Lübecker Nachrichten
 
Dritter Gutachter für Kastanien gesucht
 
Rümpel, 01. November 2002
 
 
Rümpel - Von einem dritten Gutachter hängt wahrscheinlich das Schicksal der Rosskastanien von Höltenklinken ab. Der neue Experte soll ein jeglichem Gartenbaubetrieb ferner Fachmann, am besten ein Wissenschaftler sein. Die Gemeindevertretung Rümpel gibt eine weitere Expertise in Auftrag.

Der Streit um die Rosskastanien von Höltenklinken geht in eine weitere Runde. Die Gemeindevertretung beschloss mit sieben Jastimmen bei einer Neinstimme und zwei Enthaltungen, ein drittes Gutachten einzuholen. Der Sachverständige soll laut Klaus Klarck (AWR) weit über jeden Verdacht erhaben sein, später den Auftrag für die handwerklichen Arbeiten haben zu wollen. Es soll ein Mann sein, dessen Urteil sich alle unterwerfen müssten. "Selbst wenn wir fällen sollen." Klarcks Vorschlag: einen Experten von einer Universität hinzu ziehen.

Gleichzeitig legt die Vertretung gegen die Entscheidung der Naturschutzbehörde des Kreises Stormarn Widerspruch ein, die von der Gemeinde beantragte Fällaktion für 13 Kastanien nicht zu genehmigen. Lediglich für das Fällen von zwei der Baumveteranen gab die Behörde grünes Licht. Protest erheben die Dorfpolitiker gegen die damit verbundene Auflage, für die Ersatzpflanzung zwei Linden zu nehmen. Der Wunsch, wieder Kastanien zu setzen, ist der einzige Punkt, in dem Vertreter und Einwohnerinitiative übereinstimmen.

Der Streit zwischen ihnen begann vor Monaten. Ein mit der Untersuchung von 13 Kastanien beauftragter Lübecker Sachverständiger empfahl aus Sicherheitsgründen das Fällen. Das rief Einwohner auf den Plan, die die Richtigkeit des Ergebnisses anzweifelten. Das auf ihre Kosten erstellte Kurzgutachten eines Pinneberger Experten attestierte dann, dass die Verkehrssicherheit fast aller 13 Kastanien durch Kronenpflege dauerhaft hergestellt werden könne.

Jetzt, nach einem Einwohnerantrag, hatte die Initiative Rederecht in der Vertretung. Sprecher Klaus-Peter Naumann hielt dem Gremium in geharnischtem Ton vor, mit dem ohne Vorab-Informierung der Betroffenen gefassten Fäll-Beschluss einmal wieder das Bürgerrecht auf Einbeziehung in wichtige Vorhaben mit Füßen getreten zu haben. "Dreist" und "ungeheuerlich" nannte er es, dass außer Bürgermeister Peter Vogt kein Politiker auf Schreiben und Einladungen der Initiative reagiert habe. Warum niemand geantwortet hatte, sagte auch Klaus Klarck nicht, aber er wies die "Beschimpfung" zurück. Die damalige Entscheidung, die in öffentlicher Sitzung gefallen sei, sei von Verantwortung für die Gemeinde getragen gewesen. Entscheidungsgrundlage sei das eindeutige Gutachten gewesen.

Der Bürgermeister versuchte mit dem Hinweis, die Erhaltung und die damit verbundene regelmäßige Pflege der Kastanien würden für die nächsten zehn Jahre lediglich 3500 Euro Mehrkosten ausmachen, ein weiteres Gutachten zu verhindern. Beide Seiten legten sehr unterschiedliche Zahlen vor.

Von Brigitte Judex-Wenzel, LN

ln-online/lokales vom 01.11.2002 08:36