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Lübecker Nachrichten
 
Straße als Symbol im Wappen?
 
Rümpel, 15. Oktober 2002
 
 
Rümpel - Viele Jahre über war das Kopfsteinpflaster auf der Ortsdurchfahrt das Reizthema in Rümpel. Jetzt könnte ausgerechnet diese Straße das Wappen der Gemeinde zu zieren.

Über die Frage, ob die Ortsdurchfahrt von Rümpel mit einer Asphaltdecke überzogen werden soll oder ob das Ortsbild weiter von Kopfsteinpflaster geprägt bleibt, stritten vor einem Jahrzehnt nicht nur die Ortspolitiker bis aufs verbale Messer. Auch die Einwohner waren in zwei Lager gespalten, ja, es gab sogar einen Bürgerentscheid. Selbst der Kreis Stormarn, Baulastträger der Kreisstraße, mischte kräftig mit: Aus denkmalpflegerischen Gründen wollte er in Rümpel eine der letzten Ortsdurchfahrten in Naturstein erhalten wissen.

Jetzt hat die Straße die Chance, die Gemeinde symbolhaft zu repräsentieren: Sie steht im Mittelpunkt des von Kulturausschuss und Einwohnerversammlung favorisierten Entwurfes für ein Wappen. Heute leben die Rümpeler mit dem Kopfsteinpflaster. Das Wohnen an der im Jahr 2000 zum Tempo-30-Bereich erklärten Fahrbahn ist eine Seite der Medaille. Der Kreis sprach die Geschwindigkeitsbeschränkung aus, weil von der Fahrbahn auch nach dem Straßenausbau und der Neuverlegung der alten Natursteine bei höherem Tempo ein Lärm erzeugt wird, der für einige Häuser die zulässigen Grenzwerte überschreitet. Das Problem: Längst nicht alle Autofahrer halten Tempo 30 ein . . .

Die andere Seite der Medaille: Optisch ist die runderneuerte Straße ein kleines Schmuckstück. So inspirierte sie einen Grafiker zu einem Wappen-Motiv mit einer vom unteren Rand ins scheinbar Endlose des Hintergrunds führenden Kopfsteinstraße und zwei Wagenrädern in den beiden oberen Wappenecken. Die Holzräder sollen die beiden weiteren Ortsteile der Gemeinde Rümpel darstellen, Rohlfshagen und Höltenklinken. Bereits im Dezember gefiel dieser Vorschlag im Kulturausschuss. "In der Gemeindevertretung wurde er dann total zerrissen, und wir mussten einen zweiten Heraldiker beauftragen", erinnert sich Bürgermeister Peter Vogt. Das geschah zwar, aber auch bei der jüngst zweiten Schau im Kulturausschuss ging erneut das Straßen-Wappen als Favorit aus dem Rennen. Und die Vorstellung mehrerer Alternativen in einer Einwohnerversammlung endete jetzt mit dem gleichen Ergebnis: "Ganz spontan sprachen sich alle Besucher für das Kopfsteinpflaster aus", so Peter Vogt. Nur dieser Entwurf kommt am 30. Oktober in der Gemeindevertretung zur endgültigen Abstimmung.

Die Geschichte des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Rümpel ist mit stetem Hin und Her verbunden. 1975 berichteten die Lübecker Nachrichten "Noch kein Ende des ,Rumpelns' durch Rümpel". Damals kündigte der Kreis den mit einer Verbreiterung verbundenen Ausbau an und wollte einem Antrag der Gemeinde nachkommen. Doch: Einige Anlieger erklärten, sie würden keinen Quadratmeter Boden dafür hergeben. Später sollte dann der Straßenausbau mit dem Bau einer Kanalisation verbunden werden. Die Fahrbahn wurde zu immer holperigerem Flickwerk. Es mussten erst die 90er-Jahre anbrechen, bis die schließlich auch noch von einem Korruptionsfall verzögerten Baumaßnahmen wirklich spruchreif wurden. Die Vertretung votierte mit Mehrheit für eine Asphaltdecke. Ein darauf 1992 initiierter Bürgerentscheid für den Erhalt des Pflasters ging höchst knapp aus - erneut pro Asphalt. Wieder einmal jedoch war es nichts mit der Umsetzung. So wurde es 1994, die Mehrheiten in der Gemeindevertretung änderten sich - und SPD sowie Allgemeine Wählervereinigung beschlossen gegen die CDU die Erhaltung der Steinstraße. Der Kreis Stormarn hatte milde Einfluss genommen: Er übernahm die erheblichen Mehrkosten.

Von Brigitte Judex-Wenzel, LN

ln-online/lokales vom 15.10.2002 08:49